Weltmädchentag 2024 | Interview mit Gründerin und Role Model Carolin Edler-Mende
Mädchen und Frauen zeigen, dass sie „alles erreichen können, was sie wollen.“
Auch in diesem Jahr fand am 11. Oktober wieder der Weltmädchentag statt. Dieser soll auf Herausforderungen und Diskriminierungen aufmerksam machen, denen Mädchen auf der ganzen Welt ausgesetzt sind, um so ihre Rechte bewusst zu stärken.
Entgegen vielen Erwartungen gibt es auch heute noch große Ungleichheiten, besonders in der IT- und Businesswelt. Derzeit ist nur jede 20. Stelle im IT-Bereich mit einer Frau besetzt. Im Jahr 2020 war Deutschland das einzige Land im internationalen Vergleich, in dem keiner der 30 größten Konzerne einen Frauenanteil im Vorstand von 30 % oder mehr erreichte. Besonders herausstechend war dabei vor allem, dass keines dieser Unternehmen von einer Frau geführt wurde. Doch auch im Bereich der Gründung sehen die Zahlen nicht besser aus: 20 % der Gründer sind weiblich und in nur 37 % der Gründungsteams ist mindestens eine Frau vertreten. Somit bleiben Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.
Was können wir tun, damit sich etwas verändert?
Das haben wir unsere Gründerin und Geschäftsführerin Carolin Edler-Mende gefragt. Die studierte Diplom-Mathematikerin und Mutter von drei Töchtern geht als Female Role Model voran. Sie möchte jungen Frauen und Mädchen ein Vorbild sein.
Neben den notwendigen strukturellen und politischen Veränderungen hat sie in unserem Interview zwei Bereiche genannt, in denen sie persönlich etwas bewegen möchte. Besonders wichtig ist ihr, als arbeitende Mutter und ambitionierte Führungskraft ein Vorbild für ihre Töchter zu sein.
Dabei verweist die Aristech-Gründerin auf eine Studie der Harvard Business School aus dem Jahr 2019. Diese zeigt, wie sehr Kinder davon profitieren, wenn ihre Mütter berufstätig sind. Bei Töchtern steigt zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit um 4,5 %, dass sie später selbst berufstätig sind und mehr verdienen. Söhne entwickeln laut der Studie häufiger ein liberaleres Verständnis von Geschlechterrollen. Außerdem wählen sie oft Partnerinnen, die ebenfalls arbeiten.
Genau deshalb ist es Carolin Edler-Mende so wichtig, vorzuleben, dass Frauen sich selbst verwirklichen können und sollten. Gleichzeitig möchte sie auch in der IT- und Businesswelt als Gründerin und Unternehmerin ein Vorbild sein. Sie will zeigen: „Es ist möglich. Es gibt diese Frauen, macht es doch einfach auch.“ Deshalb sind Role Models aus ihrer Sicht so wichtig.
Genauso wichtig ist es ihrer Meinung nach, Mädchen und Frauen mehr Mut zuzusprechen. Dabei bezieht sich Carolin Edler-Mende auf ein Beispiel aus ihrem Arbeitsalltag. Für sie spricht dieses Beispiel „Bände über Sozialisierung“.
Wenn unbekannte Aufgaben außerhalb der eigenen Komfortzone anstehen, reagieren Frauen im beruflichen Kontext oft weniger selbstbewusst. Sie wirken eher unsicher und zweifeln stärker an den eigenen Fähigkeiten. Männer gehen an dieselbe Situation dagegen oft selbstsicherer heran. Ihre Haltung ist dann eher: „Warum sollte ich das nicht können?“
Frauen wurde über lange Zeit Selbstbewusstsein und eine eigene Stimme abgesprochen. Deshalb ist es für Carolin Edler-Mende „total wichtig, dass wir unsere Kinder, unsere Töchter, zu mutigen Frauen erziehen“.
Junge Mädchen und Frauen zu stärken, ist damit das große Ziel. Ihnen sollte nicht immer nur gesagt werden, was alles gefährlich ist oder was schiefgehen könnte. Genau so lassen sich Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt verändern, besonders in der IT- und Businesswelt.
Oder, wie unsere Geschäftsführerin appelliert:
„Aim for the stars. Ihr könnt alles. Macht es einfach. Seid mutige Mädchen, werdet mutige Frauen.“
Carolin Edler-Mende