Auf einen Kaffee mit Marc Massoth vom Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft der Stadt Heidelberg
Für dieses externe Kaffee-Interview haben wir mit Marc Massoth vom Amt für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft der Stadt Heidelberg gesprochen. Er berichtet über die Vielfalt der Arbeit in der Wirtschaftsförderung und erinnert sich an erste Begegnungen mit Aristech.
1. Hallo Herr Massoth, vielen Dank für Ihren Kaffee-Besuch. Lassen Sie uns direkt mit den Fragen starten. Was hat Sie ursprünglich in die Wirtschaftsförderung geführt – und was hält Sie bis heute dort?
Vielen Dank für die Einladung!
Ursprünglich hat mich die Motivation in die Wirtschaftsförderung geführt, ganz konkret etwas bewegen und an größeren Entwicklungen mitwirken zu können. Ich finde es spannend, gemeinsam mit Unternehmen pragmatische Lösungen zu finden und dabei einen Beitrag dazu zu leisten, dass Ideen wachsen, Innovationen entstehen und sich ein Standort weiterentwickelt. Unternehmen treiben unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht voran: durch Arbeitsplätze, neue Technologien und wirtschaftliche Dynamik. Sie auf diesem Weg zu begleiten und dabei zu unterstützen, dass sich Unternehmen am Standort gut entwickeln können, motiviert mich bis heute sehr. Gleichzeitig macht die Vielfalt die Arbeit in der Wirtschaftsförderung besonders. Man beschäftigt sich nicht nur mit einer Branche, sondern mit ganz unterschiedlichen Unternehmen und Themen – von Industrie über Wissenschaft bis hin zu Start-ups. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass es immer neue Perspektiven gibt und die Arbeit bis heute so vielseitig bleibt.
2. Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus und wie oft weicht er komplett vom Plan ab?
Einen wirklich typischen Tag gibt es in der Wirtschaftsförderung eher selten, aber genau das macht die Arbeit so spannend. An einem Morgen sprechen wir vielleicht mit einem Unternehmen, das in Heidelberg wachsen möchte und passende Flächen sucht, am Mittag geht es um die Vernetzung mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder die Unterstützung einer Gründung und am Nachmittag diskutieren wir, wie wir den Standort Heidelberg noch sichtbarer und attraktiver machen können. Wir begleiten Unternehmen sehr gezielt – von Standortfragen über Genehmigungsprozesse bis hin zur Vermittlung der richtigen Kontakte in Verwaltung, Wissenschaft oder Wirtschaft. Gleichzeitig treiben wir Themen wie Fachkräftesicherung, Innovationsnetzwerke oder neue Angebote für Gründerinnen und Gründer voran. Und ja, der Plan ändert sich regelmäßig. Oft reicht ein Anruf eines Unternehmens mit einer dringenden Herausforderung und der Tag sieht plötzlich ganz anders aus. Genau diese Mischung macht Wirtschaftsförderung für mich so besonders.
3. Wie wichtig sind technologieorientierte Unternehmen für die Zukunftsstrategie der Stadt?
Seine Vielfalt macht Heidelberg zu einem starken Wirtschaftsstandort: Global agierende Industrieunternehmen, ein leistungsfähiger Mittelstand und dynamische Start-ups aus ganz unterschiedlichen Branchen prägen unsere Wirtschaftsstruktur. Diese Mischung gibt uns Stabilität und schafft Raum für neue Entwicklungen. Wir setzen bewusst auf Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, IT und wissensbasierte Technologien. Deshalb sind technologieorientierte Unternehmen ein zentraler Baustein unserer Zukunftsstrategie. Mit Projekten wie dem Heidelberg Innovation Park (hip) und der Entwicklung des Patrick-Henry-Village zur Wissensstadt schaffen wir gezielt Räume für Innovation und Wachstum. Unternehmen wie Aristech zahlen in besonderer Weise auf diesen Standort ein. Sie schaffen hochwertige Arbeitsplätze mit attraktiven Karriereperspektiven, überführen exzellente Forschung in marktfähige Produkte und stärken damit die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die Heidelberg besonders auszeichnet. Gleichzeitig machen sie sichtbar, dass neue Ideen besonders dort wachsen, wo unterschiedliche Perspektiven Verantwortung übernehmen, auch in Führung und Gründung.
4. Wo sehen Sie die größten Chancen, wenn Wirtschaftsförderung und innovative Unternehmen enger zusammenarbeiten?
Die größten Chancen liegen in einem starken Innovationsökosystem, in dem Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft enger zusammenarbeiten und voneinander lernen. Wir als Wirtschaftsförderung können dabei aktiv unterstützen, indem wir die richtigen Unternehmen und Institutionen miteinander in Kontakt bringen, etwa durch Netzwerkveranstaltungen, Kooperationen oder den gezielten Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. So entstehen neue Ideen, Pilotprojekte und konkrete Anwendungen, die über einzelne Branchen hinaus Wirkung entfalten können. Ein gutes Beispiel dafür sind Formate wie „Test in Heidelberg“ beziehungsweise der Austausch mit „Test in Tallinn“, bei denen Innovationen frühzeitig unter realen Bedingungen erprobt und neue Partnerschaften angestoßen werden. Unternehmen wie Aristech bringen dabei wertvolle Expertise in Bereichen wie Künstliche Intelligenz und digitale Kommunikation ein und haben bereits gezeigt, wie praxisnah Zusammenarbeit funktionieren kann. Während der Corona-Pandemie hat Aristech die Stadt Heidelberg bei einer digitalen Informationshotline unterstützt. Für dieses Engagement und die unkomplizierte Zusammenarbeit sind wir sehr dankbar, weil genau solche Partnerschaften zeigen, wie Innovation ganz konkret einen Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger schaffen kann.
5. Wie gelingt es, ein Umfeld zu schaffen, in dem Unternehmen wie Aristech wachsen und gleichzeitig die Stadt als Ganzes profitiert?
Ein erfolgreiches Umfeld entsteht dort, wo Wirtschaft, Wissenschaft und Stadt gemeinsam wachsen können. Denn eines ist klar: Von starken Unternehmen profitiert die gesamte Stadt. Sie schaffen hochwertige Arbeitsplätze, sorgen für Wertschöpfung vor Ort und leisten über Steuereinnahmen einen wichtigen Beitrag dazu, dass Heidelberg soziale, kulturelle und infrastrukturelle Angebote auf hohem Niveau ermöglichen kann. Deshalb ist es wichtig, die Bedeutung von Wirtschaft und Wissenschaft für unsere Stadt aktiv mitzudenken und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen: ein wirtschaftsfreundliches Mindset, schnelle und verlässliche Prozesse, weniger Hürden bei Bürokratie und Regulierung sowie attraktive Flächen und gute Bedingungen für Wachstum und Gründung. Genau hier setzen wir als Wirtschaftsförderung an, etwa mit dem geplanten Business House Heidelberg, das Unternehmen zentral unterstützt, oder Angeboten wie der bereits erfolgreich getesteten 24/7-Gründung, die Gründungsprozesse einfacher und schneller macht. Ziel ist ein Standort, an dem innovative Unternehmen wachsen können und ihr Erfolg spürbar zum Wohl der gesamten Stadt beiträgt.
6. Welche Begegnung mit Aristech ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Mir ist besonders meine erste Begegnung in Erinnerung geblieben. Damals habe ich Aristech gemeinsam mit dem Oberbürgermeister besucht, damals noch am früheren Firmensitz. Mich hat beeindruckt, dass man von außen nicht sofort vermutet hättet, welche technologische Stärke und internationale Reichweite sich dahinter verbirgt. Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass hier in Heidelberg Lösungen entwickelt werden, auf die namhafte Unternehmen und Organisationen weit über die Region hinaus vertrauen. Das ist ein schönes Beispiel dafür, welches Potenzial unser Standort hervorbringt. Besonders spannend war es, die Menschen hinter dem Unternehmen kennenzulernen und zu erleben, mit wie viel Klarheit, unternehmerischem Mut und Konsequenz Aristech aufgebaut wurde. Genau solche Begegnungen zeigen, wie eng in Heidelberg Innovation, Wissenschaft und Unternehmertum zusammenkommen.
7. Welche drei Worte sollen Unternehmen mit der Wirtschaftsförderung Heidelberg verbinden?
Wenn ich es auf drei Begriffe herunterbrechen müsste, dann wären das wohl: Möglichmacher, Brückenbauer und Impulsgeber. Möglichmacher, weil wir Unternehmen pragmatisch unterstützen wollen. Stellen Sie sich uns dabei gerne vor wie ein menschliches Multi-Tool: Wir helfen dabei, Ansprechpartner zu finden, Prozesse zu beschleunigen, Netzwerke zu öffnen und neue Wege zu eröffnen. Brückenbauer, weil Heidelberg besonders von der engen Verbindung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung lebt und wir genau diese Akteure zusammenbringen. Und Impulsgeber, weil wir den Standort aktiv mitgestalten, neue Ideen anstoßen und gemeinsam mit Unternehmen daran arbeiten, Heidelberg wirtschaftlich stark und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.