Auf einen Kaffee mit Henry aus dem DevOps-Team
1. Du bist seit März bei Aristech – wie war dein erster Eindruck vom Team und von der Arbeit hier?
Mein erster Eindruck war von Anfang an positiv. Ich wurde von allen sehr herzlich aufgenommen und mir wurde in jedem Fachbereich direkt gezeigt, wie man arbeitet, was ich wissen muss und wo ich etwas finde, wenn ich mal suchen muss. Aber auch abseits des technischen Onboardings stimmt einfach die menschliche Komponente: Bei Aristech arbeiten wirklich tolle Menschen, die einen selbst begeistern und anspornen.
2. Du hast vorher schon einige Jahre bei anderen Firmen im IT-Betrieb gearbeitet – was ist bei Aristech anders als das, was du kanntest?
Anders ist auf jeden Fall der einzigartige und sehr namhafte Kundenstamm und die Vielfalt der Anwendungsgebiete unseres Produkts. Ich war überrascht, wie vielseitig unser Produkt eingesetzt werden kann und wie flexibel wir sind, um möglichst auf alle Wünsche unserer Kunden einzugehen.
3. Ganz einfach erklärt: Was macht man eigentlich in deinem Job, damit z.B. ein Voicebot oder eine Kundenanwendung zuverlässig läuft?
Wir im DevOps-Team, aber auch ich ganz persönlich, sorgen mit standardisierten oder auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Konzepten für die hohe Verfügbarkeit unserer Komponenten, Systeme und der Serverlandschaft. Dazu zählen zum Beispiel verteilte Dateisysteme mit hoher Redundanz, redundante Stromversorgungen oder auch, etwas tiefer, Clustersysteme, die dafür sorgen, dass unsere Anwendungen immer online sind. Neben der Verfügbarkeit ist aber die Sicherheit unserer Systeme oberste Priorität – dabei reagieren wir jeden Tag lieber proaktiv als reaktiv.
4. Was hat dich bisher am meisten überrascht, seit du bei Aristech angefangen hast?
Ehrlich gesagt: wie viel Verantwortung und Vertrauen man hier von Anfang an bekommt. Ich durfte schon kurz nach meinem Start eigene Themen komplett übernehmen und Konzepte mitgestalten, statt erstmal nur zuzuschauen. Auch die technische Bandbreite hat mich überrascht – von Storage- und Netzwerk-Themen bis zu den Anwendungen unserer Kunden ist hier wirklich alles dabei. Ich bin super glücklich darüber, dass meine Expertise und Erfahrungen direkt gefragt waren und jeder direkt auf mich zukommen kann, damit wir gemeinsam Probleme lösen und Herausforderungen meistern können..
5. Wie gehst du vor, wenn du in ein neues System reinkommst, das schon lange existiert und das du erstmal verstehen musst?
Als erstes verschaffe ich mir einen Überblick: Wie ist das System aufgebaut, welche Abhängigkeiten gibt es, wo liegt die Dokumentation – und wo eben nicht. Danach schaue ich mir an, was das System im laufenden Betrieb tatsächlich tut: Logs, Monitoring, Ressourcenverbrauch, die Palette ist groß. Wenn ich mir unsicher bin, teste ich lieber vorsichtig in kleinen Schritten, statt große Änderungen blind vorzunehmen. Außerdem stehen mir meine tollen Kollegen jederzeit zur Seite und haben für alle Fragen direkt mehrere offene Ohren 🙂
Am Ende dokumentiere ich, was ich herausgefunden habe, wenn in der Dokumentation noch etwas fehlt. Damit stellen wir nicht nur sicher, dass wir intern Wissen weiter verteilen, sondern bauen Schritt für Schritt auch Hürden für die nächsten Teammitglieder ab, damit diese nicht wieder bei null anfangen müssen.
6. Was denkst du, ist der größte Irrtum, den Firmen haben, wenn sie glauben, ihre Technik "läuft schon von allein"?
Der Klassiker: “Das haben wir doch mal eingerichtet, das läuft schon.” Ich habe selbst schon Backup-Konzepte geprüft, die auf den ersten Blick top aussahen – und dann fällt auf, dass es keine echten Restore-Tests gibt, dass es versteckte Single Points of Failure gibt oder dass “redundant” in der Praxis eben doch nicht komplett unabhängig ist. Technik läuft nicht von allein, sie muss ständig überwacht, getestet und hinterfragt werden. Technik entwickelt sich sehr schnell weiter. Den Anschluss zu verlieren ist denke ich die größte Gefahr in unserer Branche.
7. Du bist jetzt schon viele Jahre im IT-Betrieb unterwegs – was fasziniert dich bis heute an dieser Arbeit, dass du dabeigeblieben bist?
Mich fasziniert bis heute, dass man in diesem Job nie auslernt – es gibt immer ein neues System, ein neues Problem oder eine neue Technologie, die man verstehen muss. So wie ich es schon angerissen hatte: Technologie entwickelt sich stetig weiter, wobei manche Basiskonzepte auf tieferliegenden Prinzipien beruhen, die relativ unverrückbar sind. Meine tägliche Arbeit kann manchmal ein bisschen wie Detektivarbeit sein: Man folgt Spuren, bis man den eigentlichen Grund für ein Problem gefunden hat. Am meisten motiviert mich aber das Ziel, dass meine Arbeit im IT-Betrieb unsichtbar sein sollte – wenn niemand etwas merkt, habe ich meinen Job richtig gemacht.
8. Welche nerdige oder überraschende Fähigkeit hast du, die man dir gar nicht zutrauen würde?
Ich bin privat auch im Chaos Computer Club aktiv, und von dort habe ich mein Verständnis von “Hacken” mitgenommen – nämlich nicht das, was die meisten Menschen sofort damit verbinden. Der CCC hat dazu sogar eine eigene Hackerethik (ccc.de/hackerethik), die im Kern beschreibt: Neugier, Technik verstehen und sie so weiterentwickeln, dass sie einem mehr dient – nicht um anderen zu schaden oder in fremde Systeme einzudringen.
Genau in diesem Sinne baue ich mir privat gerne eigene Lösungen, wenn es die offiziell gar nicht gibt. Zum Beispiel habe ich mir mehrere eigene Home-Assistant-Integrationen gebaut, darunter eine, um meine Backups automatisch in iCloud abzulegen – obwohl Apple dafür gar keine offizielle Schnittstelle anbietet. Man würde mir wahrscheinlich nicht zutrauen, dass ich meine Freizeit damit verbringe, bestehende Technik zu reverse-engineeren und sie damit ein Stückchen besser zu machen, nur damit mein Homelab schön und automatisiert läuft.